Foodguide für Norddeutschland: was isst man im Norden von Deutschland?

Wenn man im Ausland nachfragt, was typisch Deutsch ist, dann kommt häufig: Brezeln und Bier. Aber Brezeln sind so gar nicht typisch norddeutsch. Bei Norddeutschland sollte man eher an Grünkohl, Boßeln, Kohltouren und Labskaus denken.

Mit meinem norddeutschen Foodguide möchte ich euch einen Einblick in die Norddeutschlands Küche zu geben.

Norddeutscher Foodguide: Deftige Hauptmahlzeiten

Grünkohl mit Pinkel

Grünkohl ist ein sehr beliebtes deftiges Gericht, welches häufig mit Kassler, Mettwurst oder Pinkel, eine Grützwurst, serviert wird. Das Fleisch wird meist im Kohl gekocht, die Kartoffeln gibt es separat dazu.

In Norddeutschland gibt es das gemeinsame Grünkohlessen, das nach einer traditionellen Kohltour vollführt wird. Dabei spielt die Truppe verschiedene (Trink-)Spiele und zieht mit einem Bollerwagen umher. Am Ende findet man sich gemütlich in einem Lokal ein und isst den Grünkohl.

Grünkohl mit Pinkel und Kass
Grünkohl mit Pinkel und Kasseler, Quelle: pixabay.com

Spargel mit Schinken und Sauce Hollandaise

Ein weiteres sehr beliebtes Essen ist Spargel. Es gibt sowohl grünen als auch weißen Spargel. Dieser wird gerne mit Schinken, Hollandaise Sauce und Kartoffeln serviert. Dabei ist es wichtig darauf zu achten, dass der Spargel nicht zu holzig wird und dass dieser nicht in einem Aluminiumtopf zubereitet wird.

Ebenfalls sehr beliebt ist Spargel in Schinken eingerollt, welcher als Snack gegessen werden kann. Aber auch die Spargelcremesuppe wird sehr gerne verzehrt.

Spargel
Spargel mit Schinken, Quelle: pixabay.com

Mockturtle

Die mock turtle soup hat ihren Ursprung im 18. Jahrhundert. Der Name mock turtle (zu Deutsch: unechte Schildkröte) entstammt der Tatsache, dass das teure Schildkrötenfleisch durch günstigeres Kalb- oder Rindfleisch ersetzt wurde. Häufig findet sich auch Rinderherz in dem Gericht wieder. Dieses kann mit Kartoffeln, Klößen oder pur verzehrt werden.

Labskaus

Man nehme Kartoffeln, rote Beete Saft und Corned Beef oder Pökelfleisch, vermengt dies und würzt es. Diese Masse wird angerichtet und mit roter Beete, Spiegelei, Rollmops und Gewürzgurken garniert. Fertig ist Labskaus. Dieses Gericht findet man auch in Schweden, Dänemark, Liverpool und Norwegen wieder, somit ist dieses nicht ausschließlich norddeutsch.

Labskaus
Labskaus, Quelle: pixabay.com

Steckrübeneintopf

Steckrübeneintopf kann auf verschiedene Arten zubereitet werden: mit Kartoffeln und/oder Möhren. Besonders in der kalten Jahreszeit eignet sich dieser Eintopf zum Aufwärmen. Aber Achtung: Steckrübeneintopf sollte nicht mit der Beilage „Rübenmus“ verwechselt werden.

Fischbrötchen  / Schwarzbrot mit Krabben

Norddeutschland ohne Fisch wäre nicht Norddeutschland, oder? Ob das beliebte Krabbenbrötchen, Backfisch, Matjes oder einfach nur Krabben auf Schwarzbrot. Die Variation der Fischgerichte ist groß, doch häufig werden die verschiedensten Fischsorten mit Remoulade und Salat im Brötchen serviert. Immer wieder lecker!

Fischbrötchen
Matjesbrötchen, Quelle: pixabay.com

Birnen, Bohnen und Speck (auch Grööner Hein, Grönen Heini)

Birnen, Bohnen und Speck, im Plattdeutschen auch als Beer’n, Boh’n un Speck bezeichnet, findet besonders im August und September großen Anklang. Dazu werden durchwachsener Speck sowie Bohnen gekocht und mit einer gedünsteten Birne angerichtet. Auch Kartoffeln sind eine beliebte Beilage.

Bauernfrühstück (Bratkartoffeln, Rührei/Omelette)

Das Bauernfrühstück galt damals als Resteessen und besteht aus Bratkartoffeln und Rührei oder Omelette. Dieses kann mit Speck angebraten werden und/oder mit Gewürzgurke angerichtet werden. Dieses Gericht gilt nicht nur als Frühstück, es kann auch zur Mittagszeit serviert werden.

 

Süße norddeutsche Speisen

Franzbrötchen

Eine Variation der Zimtschnecke ist das Franzbrötchen, welches aus süßem Plunder- oder Hefeteig besteht. Das Franzbrötchen ist eine süße Spezialität aus Hamburg und wird gerne zum Kaffee und Kuchen gereicht.

Küten und Birnen

Eine norddeutsche süße Suppe ist die Klöße und Birnen Suppe. Dazu werden Birnen in Zuckerwasser gekocht. In das Wasser-Birnen Gemisch werden die Klöße gegeben und ebenfalls aufgekocht. Danach ziehen diese bei geschlossenem Deckel.

Fliedersuppe

Fliedersuppe wird aus Holunderbeeren, Wasser, Milch und Speisestärke zubereitet. Das Ganze kann mir Grießklößen angerichtet und verzehrt werden.

Flieder
Flieder, Quelle: pixabay.com

Typisch norddeutsche Getränke

Tee mit Kluntje

Was wäre Norddeutschland ohne Tee und Kluntje? Guter schwarzer Tee wird in einer Teekanne auf dem Stövchen warmgehalten und mit einem Stück Kluntje aus kleinen Teetässchen geschlürft. Und das machen nicht nur alte Leute, glaubt mir :)

Tee mit Kluntke
Tee mit Kluntje, Quelle: pixabay.com

 

Alkoholische Getränke

Charly

Charly sagt vermutlich nicht jedem etwas. Aber das Prinzip ist einfach: Weinbrand (sehr beliebt ist Springer) wird mit Cola gemischt. Ein sehr beliebtes und günstiges Dorfgetränk auf Feiern.

alkoholisches Mischgetränk
alkoholisches Mischgetränk, Quelle: pixabay.com

Arbeiter

Auch der Arbeiter ist ein beliebtes norddeutsches Mischgetränk. Hierbei wird anstelle von Weinbrand Korn mit Cola gemixt. Ebenfalls günstig und sehr beliebt auf den Dorfdiscos.

 

 

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21 Kommentare zu „Foodguide für Norddeutschland: was isst man im Norden von Deutschland?

  1. Ich komme zwar nicht aus dem Norden, aber einige nordische Gerichte kenne und mag ich sehr gerne. Spargel mit Schinken und Sauce Hollandaise gab es grad gestern bei uns. Lecker, da könnte ich mich rein legen.
    Labskaus habe ich noch nie probiert.
    Fischbrötchen bzw. Schwarzbrot mit Krabben ist natürlich ein Klassiker im Norden, mag ich auch total gerne. Ebenso wie Tee mit Kluntje. Fand ich als Kind immer total faszinierend, diese fast bernsteinfarbenen Zuckerstückchen am Holzstiel. Franzbrötchen kenne ich aus Hamburg, die sind auch total lecker.

    Die anderen Rezepte kenne ich eher weniger, auch meist nicht vom Namen her. aber vielen Dank fürs Zeigen :)

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  2. Liebe Michelle,

    ich als Norddeutsche kannte einiges von den aufgeführten Speisen. Allerdings bei weitem nicht alle. Und ich muss gestehen, dass ich einiges auch nicht mag. Ich bin nämlich z. B. gar kein Fischfan. Ja. auch sowas gibt’s im Norden ;-)
    Aber ich liebe Grühnkohl und Franzbrötchen!

    Auch für mich ein super interessanter Beitrag.

    Ganz liebe Grüße,

    Tabea

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  3. Was es nicht alles zu Essen im hohen Norden gibt! Manches davon find ich schon gewöhnungsbedürftig, zum Beispiel den Labskaus:-)
    Sehr gern mag ich das Krabbenbrot, am liebsten Krabben pur und frisch gepult auf Schwarzbrot, den Spargel mit Kartoffeln oder auch die Franzbrötchen.

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  4. Ich war bisher zweimal in Hamburg, hab damals aber keine typischen Gerichte probiert. Ich muss auch zugeben, die meisten klingen mit von der Kombination der Zutaten ein wenig zu exotisch für meine ostdeutschen Geschmacksknospen. Aber so ein Fischbrötchen geht immer, das wird auch hier bei uns verkauft!

    Liebe Grüße
    Jana

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  5. Na, Spargel ist wohl überall (?? zumindest in viele Regionen) in Deutschland beliebt im Frühjahr. In Franken kommt er aus dem Steigerwald (da gibt es einen sehr eingängigen Werbejingle, den ich nie wieder losewerde), in Bayern aus Schrobenhausen.

    Labskaus mag ich tatsächlich ziemlich gerne, auch Fischbrötchen. Mit Krabben kannste mich allerdings jagen :D

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  6. Was für eine coole Aufstellung. :) Als norddeutsche Deern bin ich in fast allen Punkten bei dir… AAAAABER du hast die Kirschsuppe vergessen, Knipp und als Getränk natürlich Cola-Korn. ;) Dafür ist aber die mock turtle soup bisher komplett an mir vorbeigegangen… ;)
    Liebe Grüße
    Tanja

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  7. Für uns hier unten im tiefen Süden ist das Essen im hohen Norden immer spannend. Ich teste ja gerne Neues, aber vor Labskaus schrecke ich doch immer zurück.
    Liebe Grüße von Sanne

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